„Provinz“ Dortmund

Nach dem wir nach längerer Fahrt in Dortmund angekommen waren, blieb es nicht aus, sich nach etwas zum Abendessen umzuschauen.

Wir, als Großstädter, sind es gewohnt, egal zu welcher Tageszeit, bei welchem Mondstand und egal, ob es regnet oder schneit, eine gute Essensmöglichkeit zu finden. Da zum Hotel in Dortmund kein Restaurant gehört, hieß es sich in der Umgebung umzuschauen. So weit so gut: wir haben ja nicht auf dem Lande sondern in einer Großstadt eingecheckt. Dachten wir 😉

Start am Hotel – (c) Freundin von The Transporter

Nach kurzer Recherche stießen wir auch auf entsprechende und ansprechende, naheliegende Angebote, doch gleichzeitig stolperten wir über die spärlichen Öffnungszeiten: 22:00 Uhr machten die meisten Lokale zu. Wir wollten kein Fast-Food, sondern waren auf der Suche nach leckerem Essen in gutem Ambiente.

Ein Griechisches Restaurant in relativer fußläufigen Nähe (1,5 km) wurde auserkoren. Haken auch hier: Schließzeit: 22 Uhr – aktuelle Zeit beim Losgehen ca. 20 Uhr. Die Zweifel waren schon vorher da, ob dies was wird.

Und entgegen unseren sonstigen Gepflogenheiten nahmen wir nicht das Töff-Töff sondern liefen die knapp 1,5 km. Ein schöner Walk:  sowohl die Umgebung als auch das Wetter waren dazu bestens geeignet. Und auch der aufkommende Hunger ließen uns loslaufen. Jedenfalls steuerte uns das Navi gut und wir kamen 20:50 Uhr am Restaurant an.

Auf dem Weg – (c) Freundin von The Transporter

Das Restaurant war noch geöffnet, Gäste waren auch noch da, aber der Schein trügt hier. Mit dem Eintreten ins Lokal wurden wir nicht, wie zu erwarten war, freundlich begrüßt, sondern mit der Frage “ Woher kommen die denn her? geschockt.

Ein wenig erstarrt, von dieser Ansprache, kam noch hinterher: „Es gibt nichts mehr“ und „Es ist Alles alle“.  Für uns klang dies wie ein Scherz und wir wollten es nicht recht glauben. Daher unsere Nachfrage, ob es ein Scherz wäre. Doch es war wirklich wahr: 1h und 5min vor Schließung gab’s weder Getränk noch was zu Essen. yund noch nicht einmal ein Angebot…?!

Unsere Frage an den Wirt nach einer Empfehlung in der näheren Umgebung ergab nur die Antwort „Hab ich nicht, ich bin nicht aus Dortmund“ Das war das Tüpfelchen auf dem I und wir zogen verwirrt und missmütig wieder ab.

In Berlin hätten wir zumindest ein Angebot für eine Kleinigkeit zu Essen bekommen (wir hätten auch nicht erwartet, zu der Zeit das volle Programm zu bekommen, aber jedenfalls mehr als nichts wäre die Erwartung gewesen). Das Restaurant hatte ja noch eine Stunde geöffnet und eine Schließzeit für die Küche war weder im Netz noch offline an der Beschilderung vor Ort zu finden. Dann soll eben das Restaurant gleich 21 Uhr zu machen, so unsere subjektive Meinung.

So etwas nenne ich Kundenunfreundlich und nicht marktwirtschaftlich: da drei attraktive potentielle Kunden vor den Kopf gestoßen wurden, nicht wieder kommen und diesen schlechten Umgang weitergeben werden (Der sehr pöbelhafte Spruch „Wer nichts wird, wird Wirt“ scheint sich hier zu bewahrheiten)

Jut, abgehakt! Und wieder die Navi-App herangezogen und ein Restaurant gesucht, dass länger als 22 Uhr auf hat. Wir wurden bei einem etwas höherpreisigen Italienischen Restaurant fündig, das erst 23 Uhr schließen sollte. Also ging der Fußmarsch weiter – das störte jetzt nicht – unsere Stimmung war aber nun so ein bisschen trotzig…und wir malen uns aus, was für eine Ausrede uns beim Italiener erwarten sollte.

Lieblingstier von (c) Freundin von The Transporter
Blümchen am Weg – (c) Freundin von The Transporter

Nach einem weiteren Kilometer erreichten wir das Lokal und es waren tatsächlich noch Gäste da und die Frage, ob die Küche noch offen ist, konnte nach kurzer Erkundigung des Kellners (der wusste es selbst nicht – seltsam?) zu unserer Freude mit „Ja“ beantwortet werden. Jippieh… Darüber mussten wir natürlich in unserer motzigen Stimmung etwas tuscheln 😉

Jedenfalls fanden wir im Außenbereich ein lauschiges Plätzchen. Und das Essen – Pizza und Salat – waren super lecker. Da gab’s nicht zu meckern. Nur die Art des Service – etwas hektisch und nicht so kundenorientiert, wie gewünscht, machten kleine Abstriche. Aber darüber sahen wir hinweg. Und zum Schluss musste ich das Tiramisu noch probieren: 9 von 10 Punkte – meine Einschätzung – also sehr lecker.

Ca. 23:00 Uhr machten wir uns auf den Heimweg und wie unser The Transporter so ist mit kleinen Frotzeleien (Spaß), dass der Fußweg zurück zum Hotel so lang ist (2,2 km – also easy). Also doch noch ein versöhnliches Ende hier in der „Provinz“ Dortmund und gesättigt beendeten wir den Abend. 🙂