Zweiter F1-Tag am Red Bull Ring – 27.6.2026

Wie frisch aus dem Ei gepellt und nach einem leckeren Frühstück – mal Essentiell mal ausgiebig – je nach Person – ging es etwas „verspätet“ los zum zweiten Abenteuer-Spieltag an den Red Bull Ring. Wir haben aber allerdings überhaupt keinen festen Terminplan – daher konnten wir gar nicht verspätet sein 😉 Heute Trödelei hier, gestern woanders 😉

Der Verstappen Fan

Auf der Stecke war jetzt nichts essentielles außer die Vorfreude auf den zweiten Tag. Das heißt es lohnt sich auch nicht wirklich darüber zu schreiben…

Strecke zum Red Bull Ring

Generell konnten wir feststellen, dass schon wesentlich mehr los war im Ort Spielberg als tags zuvor zur Training-Session. Mehr Fahrzeuge, mehr Radfahrer, mehr Leute – aber unser Fahrer The Transporter hat uns wieder gut zur Strecke gebracht. VIP P4 Parken war wieder das Ziel, wobei ich mich am Abend fragen werde, warum VIP Parken.

Auf jeden Fall hatten wir uns heute ganz fest vorgenommen, unser mitgebuchten, klimatisierten Shuttel-Bus zu benutzen. Also sind wir zunächst zum mit Paddock Club markierten Bereich gelaufen und haben uns zu den anderen Wartenden hinzugesellt. Vor unseren Augen fuhren leider zwei Shuttle Busse weg und dann ging das Warten los… Aber irgendwie tat sich dann nicht mehr. Zwar kamen ständig Shuttles für die mit Heli-Anreisenden aber nicht für uns 🙁

Und nach 15 min verlor der Joshi-X zuerst die Nerven und schlug vor, wieder zu laufen. Dem Vorschlag schloss sich dann auch die Partnerin von The Transporter an – in Widerspruch zu The Transporter – der zurecht missgestimmt (ein bisserl auch auf uns) mitlief. Zunächst gings flott – doch dann kam die Rache. Ca. 200 m vor dem Einlass stoppte der Menschstrom – Stau vor dem Security Check bei schon zu dieser Zeit unmenschlicher Hitze. Das trug natürlich nicht zur Stimmung bei. Langsam, sehr langsam schob sich die Menschenmasse nun Schritt für Schritt voran. Die Vorstellung, das wir mit unseren speziellen Tickets uns etwas vorbeimogeln können, verlief schnell im Sande. So mussten wir das Prozedere des Checks der Taschen (heute ohne Verluste) über uns ergehen lassen. Die Stimmung war dadurch am eisigen Tiefpunkt an diesem Tag angelangt – aber nicht lange – und die Hitze brachte die Stimmung schon bei der F3-Sprintrennen wieder ans kochen. Das muss die Freundschaft auch mal aushalten. Gut gemeint, ist nicht immer gut gemacht. Und Sonntag zum Rennen warten wir auf den Shuttle – sicher!

Nach der F2-Session haben wir uns dann für die Track-Tour am Nachmittag vormerken lassen – ab 13:40 Uhr gabs die Information – ob, wie die freundliche Service-Mitarbeiter am Experience Stand sagte, wir im Lotto gewonnen haben, also ein Ticket für die Track Tour für 15:10 Uhr erhalten haben. Ergebnis schon mal vorweg genommen: Joshi-X = ja, The Transporter und Partnerin = nein. 🙁 Mist! Ich bekam aber die „Erlaubnis“ von den Zweien später dann alleine auf die Track/Truck-Tour (meine zweite ) zu gehen. Da es noch eine zweite Tour – 17:10 Uhr – an diesem Tag gab, zum Glück kein Problem – dafür meldete sich dann The Transporter gleich an und musste dann bis 15:40 Uhr zur Entscheidung warten. Ja, das hat geklappt und ich war so frech mich auch anzumelden und bekam auch wieder ein Pass – ein Sticker. So konnten wir dann später gemeinsam noch einmal auf die Strecken-Fahrt gehen. Schön 🙂

Zwischenzeitlich war dann viel los, das Qualifying zum Porsche-Mobil1-Rahmen-Rennen lief und die Formel 1 absolvierte zwischen 12:30 Uhr – 13:30 Uhr die 3. Training Session – letzte Vorbereitungen und Abstimmungen zum Qualifying für das Rennen am Sonntag.

Die Hitze drückte ganz schön auf der Terrasse des 1. Stocks des Paddock Clubs und Erfrischung musste her. So machten wir uns über die Club Lounge im 1. Stock – heute mit Live-Saxofon-Solist zu bekannten Popmelodien- und lecker Eis und Pizza – auf zu unseren reservierten Plätzen im F1 Experience Club zu gehen. Jedoch konnten wir die Partnerin von The Transporter nur sehr schwer loseisen, da sie die Stimmung mit dem Saxofon-Spiele sehr gut fand und richtig mitgroovte. Daher verweilten wir erst noch ein wenig in der Club Lounge bevor es lecker Essen und Getränke am Tisch 18 gab.

Erfrischung

Angekommen, trafen wir auch wieder unsere Tischnachbarn aus den USA. Es fand sich wieder gut, sie hatten schon genügend Sparkling Water geordert und wir konnten unseren ersten Durst stillen. Essentechnisch wurden auch heute wieder sehr viele Köstlichkeiten und Spezialitäten aufgetischt – wobei es heute doch mehr Fisch- und Pliz-lastig war. Ich entschied mich für ein Rinderfilet, mit Klos und leckerem Rahmgemüse und als zweites auf Empfehlung einen Miniburger – mit Kobe-Rind und Entenleber. Das war auch lecker nur die Mayonnaise war mir etwas zu scharf und der Rotkohl-Salat zu knoblauch-lastig. Das „oberhammer“-mäßige Highlight war heute aber die Nachspeise – Mango-Sorbet in einer Mango-Frucht und ein sau-leckeres Schokoladen-Küchlein mit flüssigen Kern. Wirklich spitzenmäßig und super-schokoladig :-). mmmh…schwärm

Lecker, lecker, lecker

Das F2 Sprintrennen ab 14:15 Uhr verfolgten wir zunächst von der Terrasse des F1 Experience Clubs im 2. Stockwerk bevor wir für eine bessere Sicht und Akustik wieder in die Nähe der Ampel der Pitlane in den ersten Stock wechselten. Hier wollten wir auch dann Präsent sein, wenn das Qualifying der F1 16:00 Uhr starten soll.

Ich lies die zwei dann alleine und ging auf meine 2. Track-Session. Eine Runde um den Rad Bull Ring auf einem LKW. Eigentlich wollte ich mich mal nur auf die Strecke konzentrieren und keine Fotos machen – das Gegenteil war der Fall – ich glaube noch mehr Fotos als bei der ersten Runde wurden am dem virtuellen Film meines Smartphones abgelichtet. Man ist dem Irrglauben verfallen, dass man sich das jemals alles wieder anschaut ;-). Aber man hat Millionen Bytes irgendwo gesichert und wahrscheinlich noch tausende Male zur Sicherung abgelegt. Auf jeden Fall war die Track-Tour wieder ein Zäpfchen für den schon bis zu diesem Zeitpunkt überwältigenden Tag.

1. Track Tour 27.6.
1. Track Tour 27.6.
1. Track Tour am Ssmstag
Track-Tour
1. Track-Tour 27.6.

Nach der Runde war garnicht viel Zeit bevor das F1 Qualifying starten muss. Daher wurden wir auch freundlich, aber bestimmt aus der Pitlane wieder rausgeworfen. Meine Mitreisenden warteten schon auf der Terrasse des ersten Stocks um dem Start entgegen zu fiebern. Kurze Zeit später gings dann auch mit der 1. Session (noch alle Fahrer) los.

F2 Bolide

Zunächst drehte nur Cadillac einsame Runden – diese waren in zwei Training-Sessions Verursacher von Roten bzw. Gelben Flaggen, das sie auf der Strecke stehen blieben oder überhitzt nur sehr langsam in die Pitlane zurückkehren konnten. Wie erwartet, dominierte sowohl die erste Session (Reduzierung auf 16) als auch die 2. Session (Reduzierung auf 10) Mercedes insbesondere Antonelli, was The Transporter aber auch vor Allem die Partnerin erfreute. Verstappen riskierte in Session 2 ein Rausfliegen und fuhr keine zweite Runde – und wurde gerade mal so – 10. Puh, das war knapp. Hamilton fuhr souverän zum 3. Platz in der 2. Session.

Track Tour 1 und 2 am Samstag
Track Toue 2 am Samstag

Nachdem viele schöne Bilder und Videos gemacht waren, wechselten wir dann wieder in den Experience Club, wo zur Überraschung schon alles Essen abgebaut war. Naja gabs eben nur was zu trinken…Das tat gut, bei dem überhitzten Wetter sich mal im klimatisierten zu erfrischen bevor ich wieder zur finalen Session auf die zum Experience Club gehörenden Terrasse wechselte.

Zunächst zahlte sich die Strategie von Verstappen aus und er fuhr mit 1,06.04 eine neue Bestzeit. Doch wurde schnell von Antonelli und Russel mit der gleichen, aber aufs tausendstel besseren Zeit geschlagen. Hamilton im Ferrari wartete noch ab und grif in den letzten 5 min der entscheidenden Session erst ein. Leider verlor Verstappen sein Auto und knallte in der letzten Runde in die Reifenstapel. Das Ergebnis:

  • 1. Russel (Mercedes) – wurde noch untersucht – da Verdacht unter gelber Flagge – aber von den Rennkommissaren wurde der 1. Platz bestätigt
  • 2. Leclerc (Ferrari)
  • 3. Hamilton (Ferrari) – freute The Transporter
  • 4. Antonelli (Mercedes) – die Partnerin war nicht so erfreut – hat auf 1. Platz gehofft. Durch Verstappen und gelbe Flagge aber zu nichte gemacht
  • 5. Verstappen (Red Bull) – das freute mit einem weinenden Auge Joshi-X
  • und weitere 😉

Nach dem Qualifying stand dann die nächste Track-Runde für uns auf dem Programm. Noch einmal, meine 3. Runde, auf dem Red Bull Ring. Danach folgte ein ausgedehnter Pitlane-Walk. So konnte noch einmal mehr F1-Duft geschnuppert werden und wir kamen wieder etwas näher an die F1-Boliden heran. Die Partnerin von The Transporter entdeckte dann noch Joko und Klaas, mit denen ich gar nichts anfangen kann – da war die Aufregung groß – legte sich dann aber auch recht schnell wieder. Und dann wurden wir freundlich aber bestimmt darauf hingewiesen, das der Paddock Club schon geschlossen hat, als wir vom Pitlane Walk noch ein Getränk nehmen wollten. 17:30 Uhr war Schluss – schade. Hätten uns gern noch etwas hingesetzt und was getrunken. Aber so ist es.

2. Track-Tour Samstsg
2. Track-Tour Samstsg
2. Track-Tour Samstsg
2. Track-Tour Samstsg

Nun ging es auf den Heimweg – aber dieses Mal „standesgemäß“ nicht zu Fuss sondern wie es zur Buchung dazugehört mit dem Shuttle – natürlich klimatisiert 😄. Nur ein paar Minuten warten. Toll.

Aber das doofe Ende kam noch – aber nicht bei der Veranstaltung sondern durch die nicht so ideal agierenden Security Leute – die keine Autos mehr vom Parkplatz abfahren lassen haben. So bildete sich ein langer Stau auf dem Parkplatz und eh wir dann losgekommen sind, vergingen lange Minuten. Zum Glück das wir im klimatisierten Auto von The Transporter saßen. Als es dann losging, mussten wir einen langen Umweg in Kauf nehmen.

St. Johann am Tauern – Restaurant war zu – nächstes
St. Johann am Tauern – Kirche

Aber das wiederum war gut, da die Rückstrecke landschaftlich sehr schön war und wir auch noch eine Möglichkeit für eine Einkehr gefunden haben – letztendlich fanden wir das Draxlerhaus / Hohentauern.

Draxlerhaus Hohentauern (bis 21 Uhr)

Zwar etwas skeptisch – eine Neueröffnung – das Essen war gut aber hochpreisig und wir hatten die Befürchtung das Menü zu bekommen statt – da wir Vorspeise, Gruß aus der Küche unseren Hauptgang und noch ein Dessert bekamen – aber nein: alles regulär und dann war auch der Preis in Ordnung :-).

Auf dem letzten Stück bis zum Hotel haben wir noch in Liezen getankt – für 1,689 und hätten fast einen Hirsch angefahren- Glück gehabt.

Ein toller Tag ging zu Ende – spitzenmäßig – Morgen geht’s früher raus – wir erwarten am Renntag, dass noch mehr los ist als heute

Erster F1-Tag in Spielberg (Freitag, 26.6.2026)

Super präpariert sind wird am Freitag,26.6., vom Hotel in Hinterstoder nach Spielberg aufgebrochen.

(c)(R) Google Maps – Strecke nach Spielberg
Red Bull Bulle am Ring

Kurz vor 10 Uhr waren wir dann vor Ort. Bisher wusste ich nichts, auch nicht was heute geplant war, wo wir sitzen werden etc. Ich wusste aus den Reiseunterlagen, dass The Transporter den Vip Parkplatz 4 gebucht hatte, aber nicht, was dies bedeutete: das wir dort den Parkplatz hatten, hieß, dass wir durch sämtliche Polizei-Checkpoints fahren durften und den Parkplatz genau vor dem Haupt-Eingang hatten und somit nicht in der Hitze, wie viele andere, lange Laufwege zurück legen mussten.

Vip Parken P4
Red Bull Ring

Für morgen haben wir es dann noch besser. Aber zu diesem Zeitpunkt hielt sich The Transporter und Partnerin noch mit Infos zurück. So liefen wir zum Eingang los. Kurz vorher bekamen wir die Tickets – zwei Karten an Schlüsselbändern. Ich achtete gar nicht auf diese und lies mich durch die Security überprüfen und checken – ich musste mein Mückenspray zurücklassen – nicht erlaubt – zum Glück hatten sie das Sonnenspray nicht entdeckt. Wir kamen gut durch den Check.

Nun ließ The Transporter nebenbei das Wort „Paddock Club“ fallen und erkundigte sich über den Weg dorthin.  Nach etwas hin- und her hatten wir diesen gefunden. Mir war aber noch immer nicht klar, warum.

Erst als The Transporter meinte, nun checken wir in den Paddock Club ein – viel aller Glauben von mir ab und ich schaute auf die Tickets. Der Kerl hat das getan und hat Paddock Club Tickets besorgt. Wer Formel 1 Rennen kennt, weiß, dass dies ein besonderer Vip-Bereich mit vielen Vorzügen ist.

Nych dem Eingang in den Paddock Club

Ich konnte es nicht fassen und ein paar Tränen kullerten mir übers Gesicht und ich war ein wenig benommen, war fassungs- und regungslos. Wie im Traum und ich war noch gar nicht in der Lage mich richtig zu freuen. Das musste erst einmal sacken!

Coole Freunde – unfassbar. Wir umarmten uns nach dem Eintritt und dann bekamen wir noch die volle Ladung: wir waren im Paddock-Club, hatten einen Tisch im F1-Experience-Bereich und alles Essen, Trinken etc. waren inkludiert. Und wir mussten nicht auf einer dachlosen Tribüne ohne Sonnenschutz oder einem der Hügelplätze sitzen, wie von mir eigentlich gedacht. Denn ich wollte Camping-Stühle und Sitzkissen mitnehmen – was aber The Transporter verneinte – brauchen wir nicht – jetzt wusste ich, warum. Vollklimatisierte Räume erwarteten uns – ein Träumchen bei den Temperaturen

Zu diesen Tickets gehören aber noch weitere Vorteile, so dass wir auch die Pitlane besuchen und per Truck die Strecke abfahren können – was wir dann gleich auch zur Mittagszeit gemacht haben.

Zuvor haben wir uns im Paddock Club etwas umgesehen und mit den Räumlichkeiten vertraut gemacht. Unser Tisch im F1 Experience Club hat heute, und wahrscheinlich auch die nächsten 2 Tage, die Nummer 18 und ist im und ist für uns mit Vollservice reserviert. Den Tisch haben wir dann aber erst nach der Runde auf dem F1-Ring aufgesucht.

Plan des Paddock Clubs

Die Truck-Runde war dann das erste von vielen Eindrücken und Highlights. So konnten wir auf der Ladefläche eines LKWs die Runde auf dem Red Bull Ring hautnah kennenlernen. Zusätzlich erhielten wir Informationen und Details zur Strecke im Interview Format mit einem ehemaligen Rennfahrer. Eine heiße Runde im doppelten Sinne: heißes Wetter + tolles, heißes Erlebnis. Grinsen im gesamten Gesicht machte sich breit und die Kamera glühte vor Bildern und Videos, die wir von der Strecke „schossen“

Track Tour, die erste 🙂
Truck Runde auf dem Ring
Truck-Runde

Nach der Truck-Runde, die wir wahrscheinlich noch einmal wiederholen, durften wir uns in der Pitlane und den Garagen-Bereichen umsehen. Hier konnten wir den ein oder anderen Blick auf den einen oder anderen F1-Boliden und die Arbeit der Mechaniker werfen. Teilweise wurden die Reifenwechsel mehrfach geübt – ganz schön laut – aber total begeisternd.

Pitlane
Red Bull Bolide
Pitlane
Pitlane

Dann hieß es die Reserven wieder auffüllen – die ganze Zeit in der Hitze in der Pitlane – hatte uns sehr durstig gemacht und wir freuten uns auf ein kühles Plätzchen an unserem reservierten Tisch.

Angekommen erwarteten uns leckerste Speisen, alle Art von Getränken – alles, was das Herz begehrte. Wir mussten nur bestellen. :-). Ich holte mir zunächst leckeres Rinderfilet und als zweite Portion dann super-leckeres Spannferkel mit schön gebratener Kruste. Sonst esse ich die Kruste nicht – die war aber so zart und fein – das konnte ich nicht liegen lassen.

An unseren Tisch gesellte sich dann eine Familie aus den USA, mit der wir ins Gespräch kamen und uns über Formel 1 austauschten. Sehr nett und freundlich – aber ich merkte schnell andere Preisklasse als wir – bei denen stand so ein Paddock-Besuch standardmäßig auf dem Plan – bei uns wird dies wahrscheinlich ein einmaliges und unvergessliches Erlebnis werden. Fast ein wenig größer als der Olympische Moment in Vancouver auf Grouse Mountain.

Aber es ging auch sportlich zu – interessant waren die zwei Training-Sessions der F1 – ganz anders als zu Hause vor dem Fernsehen – hier total hautnah dran – nicht nur visuell sondern auch akustisch. Gut, dass im Package (das The Transporter zusammengestellt hatte) auch ein paar Ohrhörer zum Schutz dabei waren. Zwar war ich erst nicht begeistert, weil diese nicht richtig funktionieren wollten, aber später hatte ich es hinbekommen und das war eine Wohltat – da die Motorengeräusche schon recht laut sind. Top! Und unser Gehör ist uns schon wichtig.

Ferrari
Pitlane aus dem F1 Experience Club

Auch die Sessions der Formel 2 und Formel 3 verfolgten wir aus den unterschiedlichen Etagen des Paddock Clubs – mal näher, mal etwas entfernter und wenn die Sonne uns draußen zu heiß war, zogen wir uns an unseren Tisch im F1 Experience Club zurück. Diese Kombi an Eindrücken und Genießen machen es zu einem ewigen Highlight und es ist erst der erst Tag von dreien.

Gut ist auch – so kommt auch etwas Rivalität zu Stande – das jeder von uns dreien einen anderen Fahrer / Team supportet. The Transporter ist seit je her – Mercedes und Hamilton Fan – so musste er das Team wechseln und ist jetzt auch quasi „Ferrari-Fan“. So passierte es auch, das The Transporter Aufnahmen von Mercedes machte und dachte Hamilton erwischt zu haben. Ein Hinweis von mir, dass er dafür Ferrari beobachten muss – war dann für ihn eine eher etwas unangenehme Situation, dass er sich vertan hatte. nicht schlimm passiert, wenn man jahrelang auf Mercedes-Autos geachtet hat. Die Partnerin von The Transporter ist ebenfalls Mercedes Fan – „schwärmt“ aber für Antonelli. Und ich – war und bin eigentlich Schumacher Fan, der immer noch größte Rennfahrer aller Zeiten auch wenn Hamilton alle Rekorde fast gebrochen hat. Im aktuellen Rennzirkus freue ich ich und supporte Verstappen – ein Niederländer eben 😉 .

Walk der Legenden
Red Bull in der Pitlane

Damit man auch sieht, welches Team oder welcher Fahrer unterstützt wird, wurden nun Kopfbedeckungen gekauft: Mercedes in der aktuellen Farbe „Türkis-/Petroleum-Ton“, Ferrari-Rot mit der Nummer 44 für Hamilton und eine blau Red Bull Kappe mit der Nummer 3 für Verstappen. Die Mercedes und Ferrari-Kappe wurde sofort eingeweiht und aufgesetzt. Ich bin noch beim Überlegen, was ich mache – als Sammelobjekt behalten und nicht aufsetzen oder für das Rennen am Sonntag doch verwenden. Ich werde es euch mitteilen 😉

Dann näherte sich ein langer Tag auf der Rennstrecke dem Ende. Nach einem letzten Stück Pizza und einem leckeren Kaiserschmarrn verließen wir gegen 18:30 Uhr die Rennstrecke mit dem Besuch im Red Bull Ring Fanshop um noch ein Magnet und das offizielle Rennplakat abzugreifen – was wir auch erfolgreich erstehen konnten.

Nach ca. 1,5 stündiger Fahrt sind wir wieder in Hinterstoder angekommen und ließen den Abend in einem kleinen Lokal mit ein paar kleinen Speßen ausklingen.

Eine super erster schöner Tag war zu Ende. Vielen Dank – tolles Erlebnis – unvergesslich und morgen geht es ja weiter unglaublich. Dann hat man den Blick bestimmt auf andere Details – nach dem ersten Tag der Überwältigung.

Der Start in Berlin – Neunundzwanzigster Juli und Erster August – Dreißig Jahre

Am Neunundzwanzigsten Juli Neunzehnhundertfünfundneunzig startete ich, mit Neunzehn Jahren Neun Monaten und zwei Tagen, das Experiment mit dem Umzug aus der damals noch, so zu nennenden Provinz, Erfurt, in die damals auch schon ziemlich hippe und angesagte Megacity Berlin, um meine zweite richtige Arbeitsstelle anzutreten, wenn ich den davor abgeleisteten Zivildienst als erste Arbeitsstelle ansehe und Ferienjobs mal weglasse.

Manche würden sagen „was für ein Albtraum Berlin, bist du verrückt geworden?“ Nein, ich war jung, unerschrocken, enthusiastisch und auch ein bisserl aufgeregt. Der Umzug verlief schnell und es brauchte nur zwei beladene Alfa Romeo 33 (einen rot und einen grün), die mir die wenigen Sachen nach Berlin brachten. Ich zog am Neunundzwanzigsten aus der elterlichen Wohnung aus und in ein 13 qm kleines Zimmer im Wedding zur Untermiete ein – mit eigenem Eingang im2. Stockwerk und in eine eigentlich tolle Maisonette-Wohnung. Bad und Küche im unteren Stockwerk konnte ich mitbenutzen. Das ging alles solange gut, bis sich meine Vermieterin Katzenjungen angeschafft hat. 🙁

Und wenn man da nicht hinterher ist und sich kümmert (nicht der Untermieter – sind ja nicht seine), wisst ihr was passieren kann – mit den Tieren, mit der Wohnung, usw. Das ist dann kein wirklicher Spaß mehr – Tiere sind zwar manchmal sehr niedlich, aber werden eben groß und sind eben kein Spielzeug! und es erwächst daraus Verantwortung und Pflichten… Und jetzt braucht ihr euch nicht mehr zu wundern, warum ich nicht gerade ein Katzenfreund bin. Aber das ist eine andere Geschichte…

Jedenfalls war die Wohnung Voraussetzung für den Start in dieses Berufsleben in Berlin. Keine Wohnung in Berlin, kein Job in Berlin – naja so einfach war das. Die Wohnung war dann eingeräumt, die helfenden Hände aus der Family 🙂 waren wieder auf dem Heimweg nach Thüringen – sie mussten ja auch wieder am Montag, Einunddreißigster August, arbeiten. Nun war ich in der BigCity ein wenig lost und allein (keine Sorge nicht lange). Ich hatte nun zwei Tage, um in Berlin das Kennenzulernen, was ich die ersten, nächsten Tage, so brauchen werde:

  • Erstens: Wo kann ich was zu Essen einkaufen und zuvor viel wichtiger, wie komme ich an Geld, um es einzukaufen zu können. Die, die sich erinnern können, Bezahlen mit Karte, so wie heute – eine Segen, war damals noch die Seltenheit und bei den Discounter ja sowieso nicht – Bargeld oder Euroschecks hieß es zu benutzen.
  • Zweitens: Wie komme ich zur Arbeit und zuvor, wo bekomme ich Fahrkarten und was kostet die Fahrkarte. Nein, es gab Zeiten, zu denen gab es noch kein Internet, sowie wir es kennen – es gab BTX und langsame Modems – ja, so alt bin ich schon 😉 und geschweige denn mobile Geräte mit verwendbarem Internet (das hat noch ein paar Jahre gedauert).

Nur mal so: Neunzehnhundertsechsundneunzig hatte ich mein erstes eigenes mobiles Telefon mit Minutenpreisen zu eine Mark und neunundachtzig Pfennig im billigsten Zeitraum. Und das hatte ich nur, weil ich noch keinen eigenen Telefonanschluss hatte und die Anrufe über Telefonzellen (ja die gabs auch noch, umständlich waren – auch wenn man die Telefonzellen direkt anrufen konnte).

  • Ansonsten war es einfacher an Fahrkarten zu kommen als damals in Erfurt.
    • Im Bus beim Fahrer – aber immer schon mit der freundlichen Berliner Art „ham‘ ses nicht kleener“ oder „Scheine nehm‘ ick nich“),
      • in der Tram noch am Automat direkt in der Bahn (das ist heute weitgehend in Berlin abgeschafft) oder
      • für die S- oder U- Bahn dann am Bahnsteig.
      • Für drei Mark und siebzig Pfennige konnte ich einhundertzwanzig Minuten mit Umsteigen in Fahrtrichtung unterwegs sein. Das waren schon andere Preise als in der Provinz aber auch ein ganz anders Streckennetz
  • Wo meine Arbeitsstelle war, habe ich mir schon vor den Einstellungsgesprächen im Mai Fünfundneunzig mühselig erarbeitet, da die meisten Berliner sich selbst nicht in ihrer eigenen Stadt auskennen und selbst, wenn wir schon fast vor dem gesuchten Gebäude stehen, nicht wissen, wo die entsprechende Lokation ist. Ich stand damals auf der Kurfürstenstraße und wollte zur Bayreuther Str.. Aber: auch damals waren die Berliner in Berlin selten und in Unterzahl, da es auch damals schon viele Zugereiste, wie mich gab 😉

Am Montag, den Dreißigsten Juli, habe ich mich erst einmal mit U-Bahn und Bus, so glaube ich noch, auf eine Forschungsrunde durch Berlin gemacht – einmal zur Arbeit und zurück. Es war schon irgendwo alles so aufregend und neu. Die Fahrten mit der U-Bahn waren schon noch etwas Besonderes. Ich erinnere mich gar nicht, ob ich bei den ein oder zwei Berlinbesuchen nach Neunzehnhundertneunzig überhaupt schon mit der U-Bahn gefahren war. Jedenfalls dauerte eine Strecke schon eine kleine Ewigkeit. Was sich damals schon nicht so positiv auf mein Verhältnis zum ÖPNV auswirkte. Soweit ich mich erinnere, habe ich die U Acht genommen und bin dann entweder in die U Eins, Zwei oder Drei (…war das nicht mal ’ne Fernseh-Rate-Show für Kinder 😉 ) umgestiegen. Und das ist schon so lange her – an den eigentlichen, damaligen Arbeitsweg zwischen Wedding und Schöneberg habe ich nicht wirklich Erinnerungen mehr – war ja auch nur für ein halbes Jahr – siehe oben Katzen – dann bin ich vom Norden in den Süden Berlins gezogen (und Spoiler – das war viel besser. Deswegen habe ich dort dann auch 10 Jahre gewohnt)

  • Die Stecke könnte, wie folgt, damals ausgesehen haben
    • U Acht ab Pankstraße Richtung Leinestraße
    • Umsteigen am Kottbusser Tor in die U Eins oder U Drei
    • Weiterfahrt bis Wittenbergplatz
  • Wo meine Schule sein wird, wusste ich zu diesem Zeitpunkt – am Dreißigsten Juli noch gar nicht so genau – ich wusste nur, es wird irgendwo im Süden der Stadt sein – also jwd (janz weit draußen). Das habe ich alles erst am ersten Arbeitstag erfahren und konnte mich dann erst auf die Suche begeben -letztendlich befand sich das Schulzentrum in Lichterfeld Süd
    • Bus M Siebenundzwanzig ab Pankstraße Richtung Gesundbrunnen
    • Umstieg in die S-Bahn (z. B. S Fünfundzwanzig) Richtung Süden
    • Ausstieg an S Lichterfelde Süd
    • Weiter mit dem Bus M Vierhundachtzig oder Einhundertvierundachtzig zur Lippstädter Straße

Aber jetzt zum eigentlichen zurückzukommen: am Ersten August Neunzehnhundertfünfundneunzig startete dann dein meine beruflicher Werdegang in Berlin um Zehn Uhr in der Bayreuther Straße Siebenunddreißig.

Und die Vorstellung, die man sich so als relativ junger Mensch nach eins bis zwei Jahren in den Kopf setzt: Ich schnuppere hier mal rein und nach spätestens fünf Jahren bin ich dann weg, bei der nächsten Stelle.

Das relativiert sich recht schnell. Aus Berlin wollte ich gleich schon nicht mehr weg. Hier war es viel zu aufregend und hier ging die Post ab, was ich vom damaligen Erfurt nicht sagen konnte, wo noch um 22 Uhr die Bürgersteige hochgeklappt wurden (Achtung Werbung: das hat sich bis heute gewaltig geändert und ich kann nur empfehlen mal nach Erfurt (nur hier nicht mit dem Rad ) und Thüringen zu kommen – es ist wieder alles hergerichtet und es hat seinen eigenen Flair und toll anzuschauen)

Naja inzwischen habe ich sowieso einen anderen Blick darauf gekommen. Und alles dreht sich und bewegt sich, auch heute noch in Berlin. Und im Handumdrehen waren damals Fünf, Zehn, Zwanzig und jetzt mittlerweile sind Dreißig Jahre vergangen. Es waren nicht immer einfache Jahre – aber wer will schon einfach – es war aber immer spannend, aufregend, nie langweilig. Es gab immer was Neues. Viele Steine wurden angefasst, einige wurden umgedreht, manche doch einfach wieder hingelegt. Mal ging es bergab, mal bergauf – und so kann es weitergehen, naja beruflich hoffe ich nicht auf weitere 30 Jahre 😉

Inzwischen lebe ich länger in Berlin als in Erfurt. Berlin ist mein Zuhause und Erfurt dennoch meine Heimat, meine Wurzeln – das wird auch so bleiben. Inzwischen bin ich in Berlin zwar zwei Mal umgezogen, aber beschäftigt bin ich ich noch am selben Standort (wenn ich mal den Wechsel von einem Haus in der Bayreuther zum anderen Hause in der Keithstraße übersehe) und beim selben Arbeitgeber, bei dem ich Neunzehnhundertfünfundneunzig angefangen hatte – naja fast: das Experiment der Ausgründung der IT vor zehn Jahren dort und damit auch mein Wechsel in diese ausgegründete GmbH endete Mitte dieses Jahres wieder und wir kommen alle (fast alle) wieder zur Mutter zurück. Das ist aktuell schon spannend und so richtig muss ich meinen Platz nun erst wieder finden – Herausforderungen und Ideen gibt es genügend.

📍 -Alle Orte in Berlin: Arbeiten, Wohnen, Uni seit 1995

Zurück am Holmenkollen…

Rückblick

– 2012 –

Ein paar Jährchen ist es schon her, mein Gedächtnis bringt es mir nicht gleich in den Sinn zurück, wann ich das zweite, also das letzte Mal, am Holmenkollen war. Ich musste etwas recherchieren – und siehe da, es war schon anno 2012. Also knapp 13 Jahre sind seit dem vergangen. Ach schön war damals die Zeit…

IBU Weltcup – Biathlon Stadion Oslo

Damals ging’s als Abstecher von unserer Skandinavien-Reise, eher glaube ich mehr spontan, auf Wunsch eines Einzelnen – ich weiß garnicht wer 😉 – mal zu einem Biathlon Weltcup. Als Fan war ich / wir schon 2008 in Ostersund und 2010 bei den Olympischen Spielen in Vancouver (zum Weiterschmökern: -> https://dynamicspace.bike/erinnerungen-10-02-2010-einer-meiner-besten-tage-momente-ever/) mit dabei Und wenn zufälliger Weise vom 02. bis 05. Februar 2012 am Holmenkollen eine Biathlon-Veranstaltung stattfindet, kann man die ruhig auf dem Weg nach Hause nach Deutschland mitnehmen – das war aber nie so geplant. Die Entscheidung zum Event zu gehen, fiel damals an einem kalten Winterabend (minus 25Grad) in unserem warmen Hotelzimmer. Wir, also ich,  hatte für uns Tickets für den 2. Februar gesichert. So durften wir dann mit einigen wenigen anderen die deutsche Mannschaft während des Weltcups bejubeln. 🙂 . Dies können eigentlich auch Fernsehbilder belegen, die aber wahrscheinlich schon verschollen sind – jedenfalls habe ich diese noch nicht wieder gefunden. Vielleicht finde ich diese noch.

Immer damals mit dabei mein getreuer Kumpel, der seit meiner Rad-Tour nach Stockholm 2016 hier im Blog „The Transporter“ genannt wird – aber 2012 diese Bezeichnung natürlich noch nicht akut war. Und die gesamte Tour im Winter war schon der Hammer gewesen, tolle unvergessene Erlebnisse..

Die Erzählungen zum Holmenkollen stammen alle noch aus einer Zeit vor diesem Blog. In 2012 stand das sportliche Event im Vordergrund und viel Zeit wir damals auch nicht wirklich.

Skisprung-Schanze Biathlon Weltcup in Oslo (2012)
Start-Zone Weltcup in Oslo (2012)

– 2005 –

Das allererste Mal in Oslo und auf dem Holmenkollen war ich 2005 – 3 Tage Oslo – auf jeden Fall als regulärer Zielpunkt auf der Rückreise unserer Norwegen-Tour zum Nordkap 🙂 .  Damals ging’s einen Monat lang ca. 7.000 km quer durch das schöne Norwegen – aber noch schön per Zelt und Hütte und nicht wie heute immer bequem im Hotel. Wobei in Oslo haben wir im CityHotel übernachtet, dass es heute so nicht mehr gibt.

Reiseplanung vom 1. Quartal 2005

Beim Besuch von Oslo haben wir natürlich (ich als Fan von Olympia und Olympischen Spielen – Oslo 1952) auch das Skisprung-Stadion am Holmenkollen explizit besichtigt – aber noch mit der älteren Schanze (von der WM 1982), also vor Einweihung der Neuen zur WM 2011. Bilder gibts noch analog – da habe ich gerade keines zur Hand 🙁 äh, Ich suche…gefunden – doch schon in der Cloud vorhanden 🙂

Skisprung-Schanze Holmenkollen (2005)
Skisprung-Schanze Holmenkollen (2005)
Souvenirladen Holmenkollen (2005)

Zwar hat es damals sehr viel Zeit, Kraft und Mühe gekostet, aber den “Aufstieg“ auf die Schanze (zur bodenhöhe, gläsernen Aussichtskanzel) habe ich damals freiwillig mit The Transporter mitgemacht. Mein Kumpel war der ruhende Pol, da er nicht, wie ich, höhenängstlich ist. Er hat den Weg nach dem Fahrstuhl, der damals noch senkrecht in die Höhe stieg (2 Etagen) und nicht wie heute im 45Grad-Winkel, erforscht und mir diesen genau dann immer wieder ruhig beschrieb. So konnte ich mich Step by Step auf der steilen Treppe zur Aussichtsplattform vorarbeiten und nach gefühlten 2 h (es waren um die 30 min) mit bleichem Gesicht die Plattform für mich erobern.

Steile Treppe zur Aussichtsplattform der Schanze (2005)
Skisprung-Schanze – Aussichtsplattform (2005)

Die Aussicht genießen, konnte ich aber erst nach etlichen Minuten. Erst einmal musste ich Vertrauen gewinnen!

Fun-Fakt:

Bis zum Erreichen der Plattform war um die Schanze so gut wie gar nichts los. Wir einzelne Besuchende. Das war gut, so hatte ich die Zeit für die notwendigen Abläufe, um über die vorhandene steile Treppe auf die komplett bodenhoch verglaste Plattform zu gelangen. Kaum war ich auf der Plattform angelangt, strömte eine deutsch-bayrische Truppe auch in die Glaskanzel, sahen mich mit meinen zitternden Beinen und bleichen Gesicht und tuschelnden “…der arme Junge, jetzt wird er hierauf geschleppt…“. Darauf musste ich laut erwiedern, dass ich dies freiwillig und als Therapie mache. Nicht erwartend, dass ich die deutschen Sätze verstanden hatte, waren die Leute von meiner Gegenrede etwas erschrocken.

Natürlich ist es mir dann irgendwann – paar Minuten später – auch besser gegangen, die Farbe im Gesicht war zurück, die Beine waren immer noch etwas weich, aber die Glücksmomente stellten sich ein und so konnte ich dann den tollen Blick auf Oslo und den Oslofjord total genießen. Auch damals hatten wir super Wetter und man konnte den Blick bei blauen Himmel schweifen lassen. Norwegischer Sommer halt 😉

Blick von der Schanze (2005)

Geheilt hat mich dieser Aufstieg/Eigen-Therapie nicht, hat aber damals eine gute Portion Adrenalin gebracht. Heute bin ich immer noch ein Schisser, was Höhe angeht, was auch die folgende Erzählung zum aktuellen Holmenkollen-Besuch belegen wird. Aber ich mute (getraue) mir heutzutage viel mehr zu , die konsequenten Höhenkonfrontationen, ob CN Tower, OneWorldTrade Center, Berge in der Sächsischen Schweiz oder Alpen oder auch nur das Riesenrad in Oslo hilft dabei – aber immer meine Nerven und meinen Kreislauf im Blick….Ich möchte auch heile wieder runterkommen! Nicht Ängstliche verstehen manchmal das ganze Gewese von und nicht. Das muss man gut erklären -ist halt fast wie eine Krankheit und die Symptome können immens sein.

Gegenwart

– 2025 –

Am 20. Juni 2025 war es nun wieder soweit – Besuch am Holmenkollen, der 3. Dieses Mal wieder im Sommer und explizit zur Besichtigung der Schanze als eines der Highlights bei unserem Aufenthalt in Drammen und somit dann Oslo bei der Norwegen und Schweden Tour 2025 (siehe https://dynamicspace.bike/route-zur-norwegen-schweden-tour-2025/)

Bei sonnigem Wetter haben wir am Vormittag dann unsere Packl genommen und haben uns direkt von unserem Hotel-Standort zum Holmenkollen begeben. Heute, wir waren etwas später dran als die zwei Tage zuvor, gab’s auf der Strecke nach Oslo (E18) keinen Stau und so waren wir schon nach knapp 40 min bereits am höchsten Berg Oslos – dem Holmenkollen. Jedoch die Rache des Staugottes schlug auf der Rückfahrt nach Framen um so härter zu…

Der Holmenkollen mit seinen ca. 370 m Höhe erhebt sich etwas nord-westlich von Oslo im Stadtteil Vestre Aker und ist ein schönes und beliebtes Ausflugsziel.

Es geht schon ganz schön bergan auf dem Weg zur Holmenkollen-Schanze, wenn man sich so die letzten paar Kilometer vor Augen hält. Respekt allen, die sich per Rad oder zu Fuß auf den Bakken rauf bewegen – ein bisserl neidisch bin ich schon, wenn ich die vielen Radler sehe. Aber in dem Moment sind wir alle drei froh im Auto bequem zu sitzen und nicht in der Wärme hochkraxeln zu müssen.

Ich setze meine zwei Mitreisenden direkt am Skimuseum / Aufgang Jump Tower ab und fahre unser Vehicle ein paar 100 Meter bergabwärts in die – man höre und staune – kostenlose Parkzone – immerhin für 48h!

Eingang Holmenkollen Ski-Museum (2025)
Seitenansicht Schanze (2025)
Stabkirche am Holmenkollen (2025)

Wiedervereint besprechen wir den Split der Gruppe – 2 machen sich auf, das Abenteuer Museum und Ski Tower zu beginnen, der verbleibende Teil ruhte sich zunächst vor dem Ski-Museum aus und tankte Kraft in der Sonne. Nicht zu vergessen, Energie auftanken durch die leckeren mitgebrachten Hasenbrote.

Wir anderen zwei besichtigten nun das Ski-Museum, das viele Facetten der Polarexpeditionen und über die Geschichte des Skiefahrens darstellte. Das Leben zur damaligen Zeit war nicht so einfach, wie heute, und jetzt muss man dazurechnen, wie aufwändig und hart Expeditionen ins ewige Eis gewesen sein müssen. Fast unmenschliches Wirken!

bildliche Darstellung Machtverhältnisse Europas um 1890

Zu diesen gut dargestellten Fakten (per Bild, Ton, Ausstellungsstücken) konnte man in spielerischer Art und Weise, das Gepäck zu einer Expedition zusammenstellen, (7 wichtige Items aus 14 auswählen und Eignung in Prozent zurück erhalten) oder ausprobieren, wieviel Kilogramm Gepäck man für 10s auf einem Schlitten hinter sich herziehen kann oder wie schnell man gegen zwei Gegner auf der Loipe für ein paar Meter unterwegs ist. Toll gemacht und sehr zu empfehlen.

Museum: Ich packe meinen Koffer für eine Expedition
Test Schlitten -Ziehen
Ski-Rennen gegen zwei virtuelle Gegner – 2. Platz

Im zweiten Geschoss waren zum Teil sehr interessante Experimente und Aufgaben zu Themen das Klimaschutzes für Kinder und Jugendliche aufbereitet, die aber auch mich „Junggebliebenen“ 😉 zum Ausprobieren und Spielen einluden. Fakten interessant und verständlich aufbereiten, war hier das Motto.

Darstellung: Heute ca. 50% Regen und 50% Schneetage in Oslo (früher fast 90%)

Die Geschichte der Skisprung-Schanze am Holmenkollen und dessen Veränderungen im Laufe der Zeit war ein weiterer Teil des Museums im zweiten Geschoss. So konnte die Veränderung der Schanze von einem einfachen Hügelchen zu der Schanze, die diese jetzt ist in Modellen nachvollzogen werden. Der Sprung von der WM-Schanze von 1982 zu 2011 war noch mal enorm.

Modell Olympische Spiele 1952
Schanze zur WM 1982 (Mein Besuch 2005)

So jetzt war es soweit, die Anspannung stieg in mir schon – jetzt sollte es den Jump-Tower hochgehen. Dazu muss auf das Geschoss 3 gewechselt werden, wo sich in einem Schlangensystem für den Aufstieg mit dem Fachstuhl angestellt werden konnte. Wir hatten Glück – vor uns war niemand – und wir waren jetzt die ersten die am Fahrstuhl warteten, der sich gerad in Bewegung hinauf zur Aussichtsplattform gesetzt hatte. Für mich insofern gut, dass ich schon mal mitbekam, wie lange das Abenteuer hinauf bzw. hinab dauern würde. Die Anspannung steig weiter, der Puls schnellte auf für mich sehr ungewohnte 80 Schläge pro Minute und die Beine wurden „weich“. Und dann kamen, bevor noch die Tür zum Einsteigen aufging, die Gedanken in den Kopf – es wäre für mich doof, wenn der Fahrstuhl verglast sein würde, so dass man die Umgebung beim Hoch- und Runterfahren mitbekommen kann. Für die, die schwindelfrei sind, natürlich besser und gewollt so.

Und wie kam es? Der Fahrstuhl öffnete sich. Ich wollte als erster Einsteigen und bin gleich wieder rausgesprungen. „Nee, dass funktioniert nicht“, sagte ich. Der Lift war natürlich an beiden Seiten zum hinausschauen verglast. Je höher die Gondel fahren würde, um so weiter kann man schauen. Es reichte der eine Blick und schon war klar, für mich ist hier das Abenteuer Aussichtsplattform für heute zu Ende. Ich musste abbrechen und habe meine Begleiterin ziehen lassen („Fahr, du alleine rief ich hinterher) und sie musste leider den Weg in die Höhe alleine antreten. Es war für mich an diesem Tag eine zu hohe Hürde und nicht zu bewältigende Herausforderung, musste ich mir eingestehen. Die benötigte Ruhe und die Zeit für das „Kennenlernen“ der Situation – Vertrauen finden zum Fahrstuhl war heute nicht genügend gegeben. Justement, kaum hatte sich die Fahrstuhltür mit meiner Begleiterin für die Fahrt zur Aussichtsplattform geschlossen, füllte sich der Warteraum für den Aufzug mit mehreren Bus-Reisegruppen und ein baldiger erneuter Versuch für das Hinauffahren war jetzt in weite Ferne gerückt.

Draußen wartete noch unsere dritte Mitreisende, der ich nun auch ein Besuch des Ski-Museums empfohlen hatte. Gemeinsam gingen wir nun die Museums-Tour noch einmal ab und wiederholten, das ein oder andere Spiel. Auch ein zweites Mal entdeckte ich noch spannende, neue Fakten.

Die dann von der Aussichtsplattform zurückkommende Mitreisende sah sehr glücklich, fröhlich und zufrieden aus, als sie sich wieder zu uns gesellte. Sie berichtete von einer wunderbaren Aussicht und von einem tollen und schönen Aufstieg zur Aussichtsplattform.

Jedenfalls genoss jeder für sich seinen eigenen Tag und seine Erlebnisse an der Holmenkollen-Schanze – aber alle fanden es einen gelungenen Ausflug bei bestem Wetter. Was wollen wir mehr?

Weitblick vom Sockel der Schanze (2025)

Nach einem kurzen Schlenker durch den Souvenir-Shop – das muss sein – der Spleen Kühlschrank-Magnete musste noch befriedigt werden- machten wir uns dann wieder zurück auf den Weg in die Osloer City – aber nicht ohne noch ein paar weitere Fotos von der Schanze – vom Auslauf aus – gemacht zu haben.

Skisprung-Schanze Holmenkollen (2025)

Ein bisserl Shoppen und Flanieren in der Karl-Johann-Gate war anvisiert – jedoch der Bau- und Umleitungswahn in Oslo – schickte uns in eine Sackgasse, aus der wir fast nicht rausgekommen wären. Überall Einfahrt-Verbote – zu allen Richtungen ! – verrückt. Vorsichtig und Rückwärts ging’s zurück auf die Hauptstraße und wir brachen den Versuch hier ab und machten uns letztendlich gleich auf den Weg zurück ins Hotel in Drammen. Dann eben Fika und nicht shoppen, passt. Und wir dachten, da wir so früh in der Zeit waren, dass es so gut und schnell zurückging, wie wir morgens gekommen waren.

Nichts da – statt 40 min brauchten wir knapp 70 min – und der Stau löste sich erst bei unserer Abfahrt in Drammen wieder auf. So ein Mist: da schleicht man auf der Autobahn mit 80-110 km/h sowieso schon nur dahin und jetzt das! Mit knapp 40-60 km/h mussten wir auf der Autobahn die 35 km bis zu unserem Hotel tuckeln .

Am Nachmittag ging’s dann nach der Fika zu zweit noch auf die Spiralen (Spiral-Tunnel in Drammen).Das ist aber eine andere Geschichte…. Ob ich diese erzähle, weiß ich jetzt noch nicht – bleibt dran und gespannt, was so folgt 🙂

Was bisher auf unserer Tour 2025 so geschah…

Wir sind am Dienstag, 10.6., von Berlin gestartet, bei Regenwetter in Kolding, DK, am 11.6. gelandet und gleich am nächsten Morgen, aber schon bei schönem Wetter, über Aarhus und Aalborg nach Hirtshals gefahren.

Dort haben wir dann das Auto gegen die Fähre getauscht. Naja wir haben es im Bauch der “Stavangerfjorden“ abgestellt und haben es uns an Bord in einer 4er Kabine häuslich für 17 h Fahrt eingerichtet. Fürs Urlaubsflair gab es Abendessen und Frühstück dann vom reichhaltigen Buffet inkl. der Getränke. Lecker, lecker und schöne Sitzplätze, teilweise zum Rausgucken, hatten wir auch noch. Ansonsten verbrachten wir viel Zeit in der Lounge bei einem Cocktail, hier und da mal auf dem Sonnendeck und auch mal im FreeTax Shop…

Sonnenuntergang auf der Fähre nach Bergen
Abendessen auf dem Schiff (Buffet)

So verging die Zeit, wie im Flug, nur halt auf dem Wasser. Am Mittwoch, 12.06., gegen 13:00 Uhr hieß es schon wieder in Bergen, dem Ziel der “Mini-Kreuzfahrt“, Offboarding und es ging wieder mit dem Auto weiter – nämlich zur ersten norwegischen Unterkunft in Bratland Camping.

Brat Land Camping ist ca. 30 min östlich vom Zentrum Bergens entfernt. Die gebuchte Hütte (Buen 4) gefiel uns überhaupt nicht, da zum Bettenraum  eine sehr steile Treppe zu bewältigen war. Zudem war das WC im Erdgeschoss, der Bettenraum aber im 1.Stock – ein NoGo – Wie soll das Nachts ohne verunglückt gehen? Wir sind auch fast auf dem Absatz noch umgedreht und haben uns beim Camping Platzwart ein anderes Appartment geben lassen.

Bratland Camping
Bratland Camping

Damit hatten wir dann Glück. Für einen kleinen Aufpreis (900Kr) bekamen wir ein riesiges Loft. Zwar auch mit einem Aufstieg verbunden, das Appartement war aber ebenerdig. 🙂

Am ersten Abend ging’s dann einkaufen nach Lone in den Extra und in den Spar – dort fanden wir auch mit kohlensäure versetztes Wasser! Überleben gerettet 🙂

Am zweiten Tag in Bergen ging’s bei super sonnigen und klarem Wetter zunächst am Vormittag hoch hinauf – per Gondel auf den Berg Ulriken. Was für ein tolles Erlebnis. Am Nachmittag besichtigten wir den Stadtteil Bryggen mit den alten Häuschen und tranken idyllisch im Innenhof einen leckeren Kaffee. Das reichte für den Tag und so ging’s nach Hause ins Loft und wir konnten schön auf der Terrasse den wunderbaren Tag ausklingen lassen.

Ulriken
Gondel Ulriken

Am dritten Tag in Bergen wechselten wir auf das Element Wasser. Ein Bootstour durch die Fjorde rund um Bergen führte uns zur Meerenge Mostraumen und am Ende zum kleinen Örtchen Mo. Wenn “Englein“ reisen, scheint die Sonne könnte man meinen – so tolles Wetter ließen uns die Tour noch mehr genießen. Und da wir gut drauf waren, teilten wir uns ein 0,5 L Bier aus dem Bord-Imbiss (kostete nur schlappe 10,80€ – Urlaub )

Unser Schiff
Stadt/Ort Mo
Fjord-Tour

Kurz nach Zwei Uhr kamen wir wieder am Dreegekaien in Bergen an und waren hungrig. Daher ließen wir es uns bei einem Restaurant im Fischmarkt gut gehen (ich ohne Fisch, die anderen Tiger Prawn Sticks). Nach der Stärkung folgte einer kleiner Stadtrundgang – soweit uns die Füße trugen.

Fischrestaurant: alles verputzt

Am nächsten Morgen (Sonntag, 15.06.) war schon wieder Abfahrt nach Lillehammer angesagt. Wie geplant gegen 8:30 Uhr verließen wir unser Domizil in Bratland Camping und machten uns auf den langen Weg (420 km, ca. 7 h) nach Lillehammer auf. Der Himmel weinte die ganze Strecke, wie ein Schlosshund. Erst als wir gegen 5 Uhr in Lillehammer ankamen, hörte es wieder auf zu regnen. Ein Wunder, nee das Wetter halt und die Berge, wo es sich abregnen kann, haben wir hinter uns gelassen.

Auf der Fahrt nach Lillehammer durchquerten wir den 25km langen Laerdal-Tunnel – fast 30 min Tunnelfahrt, was für eine technische Leistung  – aber Klaustrophobiker sollte man hier nicht sein!

In Lillehammer angekommen, hieß es Unterkunft beziehen und gleich mal Lebensmittel-Laden suchen; auch am Sonntag in Norwegen kein großes Problem. Eigentlich hatte der Reiseleiter Frühstück inklusive für Lillehammer angekündigt, aber dem war durch eine Umbuchung auf eine bessere, city-nahere Unterkunft leider nicht so – so musste für die 2,5 Tage Aufenthalt etwas mehr eingekauft werden. Der Einkauf meinem sehr kleinen und engen MiniPris-Laden wurde gleich mit einem kleinen Stadtrundgang verbunden. Der Abend ging mit einem Gläschen Rotwein zu Ende.

Der zweite Tag in Lillehammer führte uns zum Olympiapark von 1994 und die Skisprungschanze. Diese wurde insbesondere vom Fahrer/Reiseleiter ausführlich inspiziert (Erinnerungen von 2013). Sogar eine alleinige Skilift-Fahrt die Schanze hinauf hat sich der nicht schwindelfreie, Höhenangst-Hase nicht entgehen lassen.

Skisprungschanze Lillehammer
Ski-Lift an der Skisprungschanze (links)
Olympisches Museum in Maihaugen
Oslo 1952
Torch Vanvouver 2010

Weiteres Highlight des Tages – neben dem sensationellen Wetter – Besichtigung des Freiluft-Museums Maihaugen, dass die Entwicklung von Lillehammer vom Dort zur modernen Stadt zeigt. Tolle Anlage – nur die Verpflegung lässt Wünsche übrig. Lassen wir dies so stehen. Top-Highlight für den Reiseleiter war natürlich das Olympia-Museum, das in Maihaugen integriert ist und keinen Aufpreis kostet (2025: Maihaugen Erwachsene = 225Kr) und der kleine Museums-Shop, da dieser alle für dem Olympia-Fan zu etlichen Winterspielen bot. So konnte ich nach Jahren der Suche endlich meine Sammlung der Kanadischen Winterspiele komplettieren, in dem ich Original-Poster zu den Winterspielen in Calgary 1988 erwerben konnte. Ich war nur happy, happy, happy….

Den Tag in Lillehammer ließen wir mit einem Stadtbummel und dem Besuch am Skulpturen-Stopp Lillehammer ausklingen und kehrte in unsere gemütliche Wohnung in Lillehammer zurück. Nach Nudeln mit Tomatensoße, eins,zwei Gläschen Wein geht die Zeit hier zu Ende.

Morgen Dienstag, 17.6. geht es dann nach Drammen (in der Nähe von Oslo). Auf der Fahrt soll es wieder regnen…

Mal sehen, ich werde dann berichten 🙂 Weitere spannende Tage in Oslo und Göteborg liegen noch vor uns 🙂